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Die Geschichte der Trainingslager beim Ilyo Do

Es begab sich zu einer Zeit, es war im Jahre 1980, dass die Taekwondo-Aktiven Körper und Geist für einige Tage noch etwas intensiver trainieren wollten. So begann die wechselvolle und bewegte Geschichte der Trainingslager.
In den ersten drei Jahren fuhr jeweils eine größere Gruppe, junger, dynamischer Menschen zum "Trainieren" nach Holland.
Bis einschließlich 1992 und dann wieder ab 1997, fanden die Trainingslager immer über die Pfingstenfeiertage statt. Dazwischen gab es eine Zeit, in der die Trainingslager in den Sommerferien stattfanden.
Neben den Taekwondo-Aktiven war es auch jeweils eine größere Fangruppe aus Bochum und Herne, oder Trainierende der Körperwerkstatt, die für eine Bereicherung des Trainingsumfeldes sorgte und das die Tage in hervorragender Form verbracht werden konnten. Dort gab es schliesslich die stundenlangen Diskussionen, den Strand, das Feder- und Volleyballspiel, das Bier, die Wanderungen, die Gesangsstunden mit Gitarrenbegleitung, die Grillwürstchen, und ... und ... und.
Man kann auf jeden Fall sagen, dass neben dem Körper auch der Geist geübt wurde (und die Stimmbänder und die Verdauungsorgane). Und es gibt erstaunliche Leistungen von diesen Lagern zu berichten.
1980: Den HelderDie Eingeborenen konnten durch einen Marsch der versammelten Mannschaft im Entengang durch den Ortskern von der unglaublichen Effektivität des Taewkondo-Trainings überzeugt werden. Hans-Jürgen Meyer konnte dies durch 500 Situps im heissen Sand nur noch weiter bestätigen. Ebenso zeigte er in bewundernswerter Weise, dass sich ein kleiner Finger tatsächlich 500 Mal hintereinander auf und ab bewegen kann, ohne abzufallen.
1981: JulianadorpDie Gruppe baute eine ganze Zeltburg auf und belegte ein beachtliches Stück des Zeltplatzes. Für Verwundrung sorgten die Sonnenbrände von Wolfgang Rumpf und Heinz-Jürgen Maas. Diese beiden hatten ihr Zelt in den drei Tagen nachweislich nur zu absolut notwendigen Toilettengängen verlassen und ansonsten wild diskutierend im Zelt gehockt. Keiner weiß, wie die Sonne den Weg zu ihrer Haut finden konnte.
1982: DomburgIm Süden von Holland sollte jetzt alles besser werden. Auf jeden Fall wurde wesentlich mehr Feder- und Volleyball gespielt. Die kühlen Abende konnten alle zusammen in Karl Brinkhoffs über 24 m² großen Zelt relativ geschützt verbringen.
1983 und 1984: Oedingen 1983 war dann das Jahr, wo der Durchbruch geschafft wurde. Man zog sich zum Training in eine Kaserne zurück. Von den Soldaten über die Pfingsttage verlassen, konnte man sich hier abgeschieden von der Welt, der Arbeit am Selbst widmen. Für jeden Tag wurden drei 90-minütige Trainingseinheiten angesetzt. Zusätzlich konnte man morgens und abends noch an Meditationssitzungen unter der Leitung von Rosi Nehls teilnehmen. Dieses Programm wurde auch konsequent durchgezogen.
Morgens um 7 (in Worten: sieben) Uhr wurden alle sehr unsanft von Wolfgang Rumpf und Klaus Krampe geweckt. Besonders Klaus schien bei diesen Aktionen vertiefte Freude zu empfinden. Es wurde streng darauf geachtet, dass ja keiner eine Trainingseinheit versäumte. Dieser enorme Leistungsdruck führte denn auch zu einigen Verzweiflungstaten. So versteckte sich Heinz Jürgen Maas stundenlang in einem Spind, um einer Trainingseinheit zu entgehen, und Akbar trank abends eine Reihe von 18 Schnäpsen in wenigen Minuten. Der Muskelkater hatte nach zwei Tagen auch wirklich die letzte Muskelfaser im Körper erreicht, so daß alltägliche Bewegungen nur unter größten Mühen möglich waren. Einige sprachen schon von einem Wechsel in einen Schachclub. Heinz Jürgen Maas, der im Spind wahrscheinlich die Einheit von Körper und Geist fand, konnte bei einer Auseinandersetzung mit eingeborenen Bauernlümmeln durch überlegene und blitzschnelle Techniken brillieren.
1985: DetmoldDiesmal konnten aufgrund des Einsatzes des verdienten Mitgliedes, Hauptmanns, Ehemanns, Vaters und Vielessers Hans-Jörg Wend die Sportanlagen der Kaserne von Augustdorf bei Detmold genutzt werden. Geschlafen haben alle zusammen im Trainingsraum der Sportschule SPORTS Detmold. So konnte man wenigstens die Schnarchgewohnheiten aller kennenlernen. Geläutert von den letztjährigen Erfahrungen, wurde nur noch zweimal am Tag trainiert. Bei einem Ausflug zu den Externsteinen erhielten diese bei einigen Bruchtesten ihre heutige Form.
1987: MarienheideDiesmal war ein Schullandheim mit eigener Trainingshalle in Marienheide bei Gummersbach das Ziel. Trainiert wurde in altbewährter Weise zweimal am Tag. Neben Ausflügen in die nähere Umgebung, gab es als gesell- schaftlichen Höhepunkt eine Spülaktion von Herbert Domansky. Diesem war es trotz eigener Bestechungsversuche und umfangreicher Drohungen nicht gelungen, dem obligatorischen Spüldienst zu entgehen. So genoss denn die versammelte Mannschaft in der Küche den Anblick eines arbeitenden Herberts. Dieser Anblick soll seitdem auch nicht wieder möglich gewesen sein.
1992: Graal-Müritz Nach einer längeren lagerlosen Zeit konnte wieder ein Trainingslager organisiert werden. Es ging mit zwei befreundeten Gruppen aus Herne und Remscheid in das Ostseebad Graal-Müritz bei Rostock. Auf einem Zeltplatz direkt am Meer konnte man unter Bäumen das Haupt betten. Beim Training und beim Grillen am Strand konnten auch über Vereinsgrenzen hinweg intensiv Erfahrungen ausgetauscht werden.

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