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Die Geschichte der Kampfkünste in Korea und des Taekwondo

Die Anfänge
Die Anfänge der koreanischen Kampfkünste lassen sich bis in die Antike zurück verfolgen. Die damaligen Einwohner Koreas entwickelten aus Grün- den der Selbstverteidigung - etwa gegen Feinde oder wilde Tiere - ein Kampfsystem, das im Laufe der folgenden Jahrhunderte immer mehr verfeinert und perfektioniert wurde. Eine der ersten noch relativ primitiven Arten der waffenlosen Selbstverteidigung hieß Subak. Ihm wird ein fast 2000-jähriger Ursprung nachgesagt. Subak bestand zunächst vornehmlich aus Handtechniken und wurde zu einer weit verbreiteten Kriegskunst und ein wesentlicher Teil religiöser Riten.
Eine spätere Form der waffenlosen Verteidigung entwickelte sich Jahrhunderte später und trug den Namen Taekyon. In diesem System dominierte im Gegensatz zum Subak die verstärkte Ausführung von Fußtechniken. Nach und nach verschmolzen beide Kampfsysteme miteinander und waren von nun an unter dem gemeinsamen Namen Taekyon bekannt.
Koguryo -, Silla -, Baekje - Dynastie
Südlich der Mandschurei wurde um 37 v. Chr das Königreich Koguryo von dem König Tong-Myong-Son-Gwang gegründet. Im Norden von Korea, wo sich die Hauptstadt Koguryos, Kyongi (sprich Kjongdschi) befand, wurden 1935 von japanischen Archäologen Deckengemälde und Steinfiguren aus dieser Zeit entdeckt, die auf Motive des Taekyon, einem der Vorläufer des heutigen Taekwondo, hinweisen. Sie zeigen beispielsweise zwei Kämpfer, die sich in der typischen Taekwondo-Stellung gegenüberstehen, oder einzelne Männer beim Ausführen von Taekwondo-Techniken, die auch heute noch gebräuchlich sind. Diese Bilder dokumentieren die Beliebtheit und Popularität dieser Kampfkunst in jener Zeit. Die Häufigkeit dieser Motive auf Gräbern lässt darauf schließen, dass Taekyon, lange bevor die Gräber bemalt wurden, in Koguryo stark verbreitet gewesen sein muss.
Das Reich Silla (sprich: schilla) entstand bereits 20 Jahre früher und bestand 992 Jahre. Um sich vor den anderen Königreichen zu schützen, wurde dort die militä- rische Organisation Hwarang-Do ins Leben gerufen, die nach Aussagen der Histo- riker einen wesentlichen Teil zur Entwicklung des Taekyon beitrug. Den von der Kampfkunst zur Kriegskunst gewandeltem Taekyon wurden erzieherische und militärische Aspekte beigemessen, die besonders der Jugend nahe gelegt wurden. Mut, Treue und Loyalität zur Nation gehörten ebenso zu den Grundgedanken, wie Respekt, Gehorsamkeit, Ehrgefühl und das Meiden von unnötiger Gewalt.
Das Taekyon wurde als Basis der Kriegskünste in den beiden Reichen beibehalten und weiterentwickelt.
Im Jahre 18 v. Chr. gegründeten Königreich Baekje, das 642 Jahre bestand, wurde das Taekyon unter dem Namen Subyotka vor allem von Rittern und Soldaten praktiziert, gepflegt und weiterentwickelt.
Koryo
Im Jahre 668 n. Chr. gelang es schließlich dem Hwarang-Do-Führer Kim-Yu-Sin, unter der Mithilfe Chinas, die drei Königreiche zu vereinigen. Nach einem Umsturz im Jahre 935 durch Kyong-Hum wurde das Königreich Koryo gegründet, woraus sich der westliche Name Korea ableiten lässt. In der Koryo-Dynastie, die bis zum Jahre 1393 nach Chr. andauerte, behielt das Taekyon (bzw. Subak) nicht nur seine bedeutende Stellung im Militär, es wurde auch als organisierter Sport vor Zuschauern betrieben. Verschiedene schriftliche Überlieferungen zeugen von einer großen Popularität dieser Kampfkunst-Vorführungen.
Yi-Dynastie
In der Yi-Dynastie (1393-1910) gewann Taekyon als kultureller Sport für die breite Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung. Eine weitgehende Ablösung der damals vorherrschenden buddhistischen Staatsreligion durch den Konfuzianismus führte zu einer Aufwertung dieser kulturellen Inhalte, so dass Taekyon (Subak) als Kriegskunst an Ansehen verlor und teilweise sogar in Verruf geriet.
Gegen Ende der Yi-Dynastie sah es so aus, als wären die kriegerischen Künste in Korea ausgestorben. In den Jahren 1909-1945, also während der japanischen Besatzung, wurde die Ausübung kriegerischer Künste völlig verboten. Es gab jedoch eine kleine Anzahl immer noch Taekyon Praktizierender, die trotz aller Verbote und Verfolgung sich davon nicht abbringen ließen, im geheimen und auch nachts zu üben und somit die Kunst am Leben zu erhalten. Diese Kunst, Taekyon, wurde nur an eine kleine Anzahl von Schülern weitergegeben.


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